Im Januar 2025 gründeten lokale Landwirte Pihtiputaan Biokaasu Oy, um die Biogasanlage zu realisieren. Das Unternehmen hat 20 Landwirte als Anteilseigner und mehr als 2000 Hektar Ackerland. Die Anlage mit einer Kapazität von knapp 35 000 Tonnen würde landwirtschaftliche Inputs wie Gülle und überschüssiges Gras als Rohstoffe verwenden und Transportkraftstoff und Kreislaufdünger produzieren.
- Biogas ist in Finnland eine wenig genutzte erneuerbare Energiequelle. Wenn wir über hochaktuelle Themen wie Ernährungssicherheit, Selbstversorgung und Versorgungssicherheit sprechen, sollten die Vorteile von komprimiertem Biogas in diesem Zusammenhang viel stärker hervorgehoben werden", sagt Samuli Murtoperä, Vorstandsvorsitzender von Pihtiputaan Biokaasu Oy. Komprimiertes Biogas eignet sich besonders für den lokalen und regionalen Vertrieb und kann in der Regel zu einem niedrigeren Preis verkauft werden als verflüssigtes Biogas.
Die Erzeuger haben einen starken Willen, in Biogas zu investieren
Murtoperä lobt die Entschlossenheit der Erzeuger, das Biogasanlagenprojekt voranzutreiben. Bereits 2017 führte Pihtiputaa eine Bestandsaufnahme zu erneuerbaren Energien durch, und eine Vorstudie im Rahmen des Projekts Hubteekki 2.0, das Ende 2024 endet, bestätigte, dass die Landwirte in Pihtiputaa an einer Biogasanlage interessiert sind. Im Rahmen des Machbarkeitsstudienprojekts wurde eine Machbarkeits- und Nachhaltigkeitsstudie für die Biogasanlage erstellt. Das Projekt arbeitet derzeit an einer Vermarktungsstudie, in der unter anderem der Verkauf von Gas als Transportkraftstoff untersucht wird. Wenn Schwertransportunternehmen an Biogas interessiert sind, sollten sie laut Murtoperä kontaktiert werden, um das Projekt und die Zusammenarbeit zu fördern.
Die Anteilseigner des Unternehmens vertreten ein breites Spektrum von Milch-, Fleisch- und Ackerbaubetrieben. Laut Murtoperä ist dies auch deshalb von Vorteil, weil die Nährstoffbedürfnisse der verschiedenen Betriebe unterschiedlich sind. Dies kann im Biogasprozess berücksichtigt werden, und der Einsatz von Kreislaufdünger kann auf den Bedarf der Betriebe abgestimmt werden, was auch der Umwelt zugute kommt.
Die Biogasanlage hat eine Kapazität von weniger als 35 000 Tonnen, so dass in diesem Fall kein Verfahren zur Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) erforderlich war, aber das Unternehmen musste den Behörden eine UVP-Bedarfsanalyse vorlegen.
- Ich muss sagen, dass ich überrascht war, wie umfangreich der Bericht über die Bedarfsanalyse war. Natürlich wird damit sichergestellt, dass Nachhaltigkeitsaspekte berücksichtigt werden, aber ich bin davon ausgegangen, dass ein großer Teil der Punkte ohnehin in der Umweltgenehmigung für die Anlage enthalten gewesen wäre. Ich befürchte, dass der hohe bürokratische Aufwand die Entwicklung der Biogaserzeugung in Finnland behindern wird", sagt Samuli Murtoperä.
Stattdessen dankt er der Gemeinde Pihtiputaa und ihrer Leiterin für Vitalität Nina Välimäki für die gute Zusammenarbeit.
- Ohne diese Art der Zusammenarbeit mit der Gemeinde und ihrer hervorragenden Vitalitätsabteilung wäre es für uns schwierig gewesen, diesen Punkt zu erreichen", sagt er und verweist unter anderem auf die zahlreichen Projekte, die zur Förderung des Biogasprojekts beigetragen haben.
"Eine gemeinsame Energieinvestition für die ganze Gemeinde"
Nina Välimäki, Leiterin der Abteilung Vitalität in der Gemeinde Pihtiputaa, sagt, dass die Gemeinde das Projekt nachdrücklich unterstützt und seine Fortschritte genau verfolgt. Sie sagt, das Biogasprojekt sei einer von vielen Schritten auf dem Weg zu einem nachhaltigeren und autarkeren Pihtiputa. Es wird den örtlichen Landwirten und Unternehmern neue Möglichkeiten eröffnen, die Umweltziele unterstützen und die Gemeinde zu einem attraktiveren Ort zum Leben und für Unternehmen machen.
- Zusätzlich zu den eigenen Projekten von Pihtiputaan Biokaasu Oy und dem oben erwähnten Projekt Hubteekki 2.0 wurde das Biogasprojekt durch das vorbereitende Zuschussprojekt Biogas Farmers' Group gefördert, das zu dem laufenden Projekt Biogas and Circular Economy Business by Developing Farmer Cooperation Farmers' Group führte. Das kürzlich gestartete JFT-Projekt Pihtiputaa Green Transition Masterplan and Digital Model wird seinerseits eine Wissensbasis über Biomasse, Nebenströme, Infrastruktur und Genehmigungswege in Pihtiputaa zusammenstellen, die allen Unternehmen offen steht und ebenfalls dazu beitragen wird, die Entwicklung der Biogasanlage zu beschleunigen", sagt Välimäki.
Es gibt auch eine Reihe von Studien zu diesem Thema, wie z. B. regionale Studien zum emissionsarmen Verkehr, die den Bedarf an Biogas und die Bedingungen für den Standort bestätigen.
- Als Ergebnis all der geleisteten Hintergrundarbeit haben die Unternehmer nun ein klares Bild von Rohstoffen, Produktionsmengen, Standortoptionen, Rentabilität und zukünftigen Märkten. Es geht nicht mehr darum, eine Vision zu entwickeln, sondern darum, zukünftige Aktivitäten in naher Zukunft umzusetzen.
- Es handelt sich nicht um ein Projekt für einen einzelnen Betreiber, sondern um eine Energieinvestition für ganz Pihtiputaa. Der Nutzen der Biogasanlage wird fast vollständig in der Gemeinde verbleiben. In Pihtiputua warten wir nicht darauf, dass jemand anderes die Dinge löst, sondern wir bauen die Zukunft selbst auf", sagt Nina Välimäki.
Auch Teemu Koljonen, Projektleiter des Interregionalen Programms für Wandel und Wachstum, freut sich über die positiven Fortschritte des Biogasprojekts.
- In den Gemeinden der Region Sydänsuomessa tut sich viel Positives, wie das Biogasprojekt in Pihtiputaa zeigt. Die für die Region geplanten Energieprojekte haben inzwischen einen Investitionswert von rund 5 Mrd. Euro, was bei einer Umsetzung erhebliche regionale wirtschaftliche Auswirkungen auf Gemeinden und Unternehmen hätte", so Koljonen.